Ich schwöre bei Allah, dass ich auf seinem Pfade kämpfen werde und denjenigen folge, die sich ihm zuwenden. Mein Herr wird mich nie den Feinden den Rücken zuwenden und vom Kampfe fliehen sehen. Wenn ich mich abwende, werde ich Allah nicht gehorchen und ich gehöre zu den Sündigern.
Mit einem Takbir sprang Diraar ibn al Azwar (Möge Allah mit ihm zufrieden sein) in die Reihen der Römer und attackierte sie.
Die Muslime folgten dem Schrei des Takbirs und er donnerte in das Schlachtfeld und die Furcht zerriss die Herzen der Kuffar. Diraar ibn al Azwar kämpfte mit einer solchen Begeisterung und Leidenschaft, dass er jeden niederschlug, der ihm in den Weg kam, bis er an einer Umzäunung gelangte, an der sich der Hauptteil der Soldaten versammelte.
Er stellte fest, dass das nur bedeuten kann, dass der General der römischen Armee (Darwan) dort zu sein vermag. Mit dieser Erkentiss stürmte er auf die Gruppe der Soldaten. Zuerst griff er den Fahnenträger an und durchstieß ihn mit einer solchen Wucht, dass er zu Boden fiel. Seine Augen erblickten dann plötzlich Darwan und er ging auf ihn zu.
In seiner Nähe stand einer seiner Soldaten und trug ein von ihnen sehr geschätztes und dekoriertes Kreuz. Diraar traf ihn mit seiner Lanze, sodass er ihm eine Seite vom Körper abtrennte und das Kreuz zu Boden fiel.
Als der General dies sah, spürte er das Ende. Er wollte es nicht wahr haben, aber interpretierte das Fallen des Kreuzes als ein Zeichen der Vernichtung an ihm und seiner Armee. Er stieg von seinem Pferd hinunter um das Kreuz aufzuheben. Doch eher er es zustande brachte, stiegen einige Mujahideen von ihren Pferden, schnappten sich das Kreuz und umzingelten Darwan.
Diraar ibn al Azwar war noch mit dem Kampf beschäftigt, doch als er sah, was passierte sagte er:
„Oh ihr Muslime, Das Kreuz ist nicht euer Recht, noch ist es meins. Darum hebt es nicht auf. Ich werde es selbst aufheben, wenn ich mit dem Hund der Römer und seiner Armee fertig bin.“
Darwaan verstand Arabisch, und als er diese Worte hörte, beabsichtigte er aus dem Kampf zu fliehen, aber seine Hauptarmeebeamten sahen ihn beim Versuch zu flüchten und fragten ihn verärgert:
„Wohin fliehst du?“
Er antwortete:
„Ich fliehe aus Angst vor dem Shaitan.“ (Und er zeigte in Diraar’s Richtung) Habt ihr jemals eine Person gesehen, die jemandem so viel Furcht einflößen kann?
Diraar rief die Mujahideen, als er bemerkte, dass Darwan fliehen wollte. Er machte sich mit seinem Pferd und Speer bereit und ritt auf ihn zu. Die Römer hörten auch seinen Ruf und begaben sich mit ihren Pferden zu ihm, um ihn zu umzingeln.
Diraar ibn al Azwar sagte in diesem Moment:
„Der Tod ist real. Wohin sollte ich vor ihm fliehen können. Jannah ist besser als Jahannam. Das ist meine Shahada. Oh ihr Anwesenden, seit meine Zeugen dafür, dass all meine Anstrengungen und Arbeit nur dafür da sind um meinem Herrn zu gefallen.“
Mit diesen Worten griff er die, zu ihm gekommenen Römer an. Er vernichtete sie und ging dann weiter in die feindlichen Reihen, um Darwaan zu finden.
Einige Soldaten der Römer folgten ihm und mit der Zeit war er von allen vier Seiten umkreist. Er Widerstand den Angriffen von allen Seiten und es bedeutete für jeden den Tod, auf dem das Schwert Diraar’s fiel. Auf diese Weise brachte er viele der tapfersten und mutigsten Krieger aus der römischen Armee mit dem Schwert zu Fall. Dann rief er den Muslimen zu:
„Wahrlich, Allah liebt diejenigen, die auf seinem Wege in einer stabilen Kette kämpfen“
Bis zu dem Zeitpunkt war den Muslimen noch nicht bewusst in welcher Lage sich Diraar befand und sie liefen schnell zu ihm. Hamraan bin Wardaan erreichte und verletzte ihn mit seinem Speer. Er traf Diraar an seinem rechten Arm, der vom Schmerz betäubt schließlich zu Boden sank.
Wie ein angeschlagener Löwe sprang er wieder auf und gewann seine Gelassenheit zurück. Er griff ihn mit seinem Speer an und stieß ihn in seine Brust, sodass er seinen Körper spaltete.
Als er versuchte seinen Speer wieder heraus zu ziehen, kam dieser ohne Klinge hervor, da er bis in die Knochen tief steckte. Als die Römer sahen, dass sein Speer klingenlos war, umzingelten sie ihn und sperrten den Löwen des Islams ein.
Der Kummer der Sahaba war grenzenlos als sie dies mit ansahen. Sie versuchten einen anderen Angriff, um ihn zu befreien, doch vergebens. Einige der Muslime verzweifelten und versuchten zu fliehen, doch Raafi` bin `Umayrah Al Taâ hinderte sie und sprach zu ihnen:
„Wohin geht ihr? Wisst ihr denn nicht, dass wenn jemand vor den Feinden flieht, er unter Allahs Zorn sein wird. Viele Türen vom Paradies werden für den Mujahid und den Geduldigen geöffnet. Oh ihr Unterstützer des Islams, seit geduldig und wisset, dass wenn ein Soldat oder euer Führer festgenommen wird, Allah der lebendige und Allsehende ist!“
Und somit erhoben sich die Muslime und kämpften eifriger mit dem Schwert gegen die römische Armee. Als Khalid ibn al Waleed erfuhr, was mit Diraar geschehen war und sah wie groß die Zahl der Muslime war, die als Märtyrer gefallen sind, war er sehr traurig. Er fragte:
„Wieviele Römer sind da?“
„12000“ War die Antwort.
Khalid sagte:
„Bei Allah, hätte ich gewusst, dass die Anzahl der Feinde so gewaltig wäre, hätte ich nicht die Leute zu ihrer Vernichtung gegen sie geschickt.“
Er fragte weiter:
„Wer ist der Kommandant der Armee?“
Er bekam zur Antwort:
„Darwan der Herrscher von Hims, dessen Sohn Hamdan von Diraar ibn al Azwar getötet wurde.“
Khalid ibn al Waleed:
„La haula wa la quatta ila billah.“
Er suchte dann den Rat von Abu `Ubaydah ibn al Jarraah, der ihm sagte, dass er den Kampf mit den Römern fortsetzen solle. Sein Rat war es, ein Teil der Armee mit einem vertrauenswürdigen Führer zu belassen, während der andere Teil den Kampf gegen die Römer aufnimmt. Khalid beherzigte den Ratschlag und ernannte Maysarah ibn Masrooq mit 1000 Soldaten unter seinen Befehl als Führer und ordnete an, dass er mit seinen Leuten die Stellung halten solle.
Danach hielt er eine Ansage und sprach:
„Lasst eure Zügel los, schärft eure Pfeile und wenn ihr eure Feinde angreift, so greift gemeinsam an. Wenn Diraar am leben ist, so ist es wahrscheinlich, dass wir ihn befreien und siegreich werden. Aber wenn die Feinde jedoch aus Eile, ihn zu einem Märtyrer machten, so werden wir ihn insh Allah sicher rächen. Und ich bin überzeugt davon, dass Allah, der Erhabene uns nicht aus Ehre zu ihm, in Kummer versetzen wird. (d. h. wenn sie ihn nicht lebendig finden)
Heute ist der Tag, an dem die Wahrheit ihr Ziel erreichen wird. Wenn der Tod kommt, so fürchtet man ihn nicht. Ich werde den Durst des Speeres mit dem Blut der Augen löschen. Helme und Schilder, jeden einzelnen werde ich abreißen. Was diejenigen schon vorher erreicht haben, werde ich auch morgen erreichen.“
Als Khalid ibn al Waleed diese Worte sprach und vordrang, sah er einen, in schwarz gekleideten Reiter, sein Gesicht war verschleiert und sein Reittier war ein braunes, kurzhalsiges Pferd von großer Statur. Der Reiter hielt in seiner Hand ein langen, glänzenden Speer und seine Art und sein Verhalten zeugten von Tapferkeit und Mut. Er trug einen grünen Turban, dessen Ende er auf seine Brust legte. Er eilte auf die Vorderseite der Armee zu.
Als Khalid den Reiter sah, sagte er:
„Ich wusste, wer der Reiter war. Ich schwöre bei Allah, es sieht nach einer kühnen und tapferen Person aus.“
Als er dann in die Richtung der Kuffar ritt, folgten ihm die Muslime.
Raafi` ibn `Umayrah Al Taâ kämpfte mit großen Durchhaltevermögen gegen die Ungläubigen und stellte sich ihnen mit unermesslichem Mut. Als er die Verstärkung von Khalid ibn al Waleed sah, schloss er sich ihnen an und seine Augen erblickten plötzlich den Reiter.
Der Reiter fiel auf die Römer ein, wie ein Falke auf seine Beute und entfachte unter ihnen eine beispielslose Panik. Jeder, der ihm in den Weg kam, wurde getötet und er drang immer weiter ins Zentrum der Feinde ein.
Er glich einem Blitz und sofort wurden einige Köpfe durch sein Schwert abgetrennt. Eine Vielzahl von Kuffar kamen als Überreste zu den schon gefallen Römern und bildeten einen Platz, der aus dem Schlachtfeld herausragte.
Das Schwert des Reiters tropfte vom Blut und versetzte Trauer und Angst in die Herzen der Feinde und ihre Qual und Hoffnungslosigkeit waren offensichtlich.
Aufgrund einer schwierigen Situation, drehte sich der Reiter und schlug dann mit einem tapferen Angriff zurück. Der Reiter schlug und tötete die Römer und verursachte großen Tumult in den Reihen der tapfersten von ihnen. Danach zog sich der Reiter von den Feinden zurück und ging außer Sicht. Der Kummer, und die Qual steckten noch in den Herzen der Feinde und der Angriff hatte zweifellos seine Spuren hinterlassen.
Raafi` ibn `Umayrah Al Taâ und seine Soldaten dachten zuerst es wäre Khalid, denn wer konnte schon mit mehr Tapferkeit und Mut kämpfen als er. Sie waren sich dessen alle überzeugt, doch als Khalid ibn al Waleed vor ihnen erschien, schrie Raafi mit lauter Stimme:
„Wer ist sonst diese Person, die ihr Leben auf dem Pfade Allahs hergibt und Unmengen an Kuffar tötet?“
Khalid antwortete:
„Ich schwöre bei Allah, ich wundere mich ebenso um den Mut, die diese Person ausstrahlt. „
„Oh ihr Muslime, versammelt euch und bereitet euch für einen neuen Angriff vor!“
Alle Mujahideen griffen zu den Waffen, stellten ihre Speere in Position und bildeten eine Reihe. Khalid befand sich im Vortrupp. Seine Absicht war es die Feinde anzugreifen als plötzlich der Reiter, Blut durchnässt, auf seinem in Schweiß gebadetem Pferd erschien und in die Richtung der Römer galoppierte.
Wenn sich auch nur irgendein Soldat in der Nähe des Reiters befinden würde, würde es zu seinem Tode führen. Der Reiter kämpfte alleine und einhändig gegen eine Anzahl der Soldaten.
Als Khalid ibn al Waleed dies sah, starte er und der Rest der Soldaten eine Offensive und verhalfen dem Reiter vor der römischen Armee, welcher schlussendlich auch zu einem Treffen zwischen dem Reiter und den Muslimen führte.
Die Muslime schauten nachdenklich auf den Reiter, der wie ein in Blut getränktes Rosenblatt aussah.
Khalid ibn al Waleed sprach laut:
„Oh du Person, Du hast dein Leben auf dem Wege Allahs hergegeben und deinen Zorn an unseren Feinden ausgelassen. Möge Allah dich belohnen. Es wäre besser wenn du uns dein Gesicht zeigen würdest, damit wir erfahren können wer du bist.“
Der Reiter hat den Worten Khalid’s keine Beachtung geschenkt und eher er seine Ansprache beendet hatte, verließ er ihn. Die Muslime umgaben den Reiter und sprachen:
„Oh Diener Allahs, der Amir der islamischen Armee spricht mit dir, während du ihm keine Achtung schenkst, ihn ignorierst und vor ihm fliehst!?. Mit gebührendem Respekt solltest du ihm entgegen kommen und ihm von deinen Namen und deiner Abstammung erzählen, sodass dein Rang erhoben werden kann.“….. Doch der Reiter antwortete nicht.
Khalid kam dem Reiter näher, da er keine Informationen von ihm erhielt.
Khalid:
„Es plagt uns, nicht mehr von dir erfahren zu können, und du uns keine Beachtung schenkst“
Dann antworte der Reiter mit einer weiblichen Stimme:
„Oh Amir, ich hatte nicht beabsichtigt dich zu missachten. Ich gab keine Antwort, weil ich zu schüchtern war und ich zu denjenigen gehöre, die den Hijab tragen und mit dem Hijab leben. Wie auch immer, Der Schmerz und der Kummer in meinen Herzen wurden so gewaltig, dass es mich hier her brachte.“
Khalid sprach:
„Wer bist du?“
Sie antwortete:
„Ich bin die Schwester des gefangenen Diraar: Khawlah bint al Azwar. Ich saß unter einigen Frauen vom Stamm von Mazhaj als ich von der Gefangennahme meines Bruders, Diraar erfuhr. Sofort setzte ich mich auf mein Pferd und erreichte diesen Platz und was auch immer ich dann getan habe, konntet ihr sehen.“
Die Worte brachten Khalid’s Herz zum beben und er fing an zu weinen und sagte:
„Wir sollten alle gemeinsam angreifen und ich hoffe, dass wir deinen Bruder, mit dem Willen Allahs, erreichen, befreien und siegreich werden.“
Khawlah:
„Ich werde mich insh Allah anschließen.“
Diraar ibn al Azwar wurde schlussendlich befreit.