Der in Medina lebende Mann namens Abu Qudamah Ash-Shamy, war bekannt für seine Liebe zum Jihad auf dem Pfade Allahs, die ihn zu jeder Expedition in die Gebiete der Römer führte. Als er sich mit einigen seiner Gefährten in der Prophetenmoschee befand, sprach ihn jemand wie folgt an:
„Oh Abu Qudamah, erzähle uns von deinem erstaunlichsten Erlebnis im Jihad!“
Er erzählte:
Ich erreichte einmal die Stadt Riqqa (im Irak) um mir ein Kamel, das mir meine Waffen trägt, zu kaufen. Eines Tages trat eine Frau an dem Ort ein, an dem ich saß und sagte:
„Oh Abu Qudamah, ich hörte wie du vom Jihad erzählst und die Muslime dazu aufrufst. Ich bin mit mehr Haar gesegnet als viele andere Frauen. Ich habe aus meinem Haar einen Pferdezügel gemacht und bedeckte ihn anschließend mit Staub um ihn vor anderen zu verbergen. Ich wünsche, dass du ihn mit dir nimmst und wenn du in das Land der Ungläubigen angelangst und die Reiter in die Schlacht kommen, die Pfeile abgeschossen werden, die Schwerter und die Speere gezogen werden, dann verwende ihn oder schenke ihn jemanden, der davon Nutzen ziehen kann. Denn ich wünsche, dass mein Haar die Kämpfe bezeugen wird und mit Staub auf dem Pfade Allahs bedeckt wird. Ich bin eine Witwe, deren Mann und eine Anzahl von Verwandten auf dem Wege Allahs getötet wurden. Wenn ich gebraucht würde, würde ich mich dem Jihad anschließen.“
Dann streckt sie ihre Hand aus und übergab mir den Zügel.
Sie sprach dann:
„Oh Abu Qudamah, wisse, dass mir mein Mann einen Sohn hinterlassen hat, der zu den feinsten seiner Generation gehört. Er hat den Quran, die Kunst des Fechtens, sowie das Bogenschießen erlernt. Er ist 15 Jahre alt und betet des Nachts und fastet während des Tages. Er ist zurzeit an einem Ort, dessen Besitz er von seinem Vater erbte. Hoffentlich wird er vor deiner Abreise zurückkehren, damit ich ihn dir als Geschenk an Allah, des Erhabenen, mitgeben kann. Und ich bitte dich bei Allah, dass du nicht meine Bitte ablehnen wirst, die ich um Belohnung zu erhalten, ersuche.
Abu Qudamah sagte:
Ich verließ den Ort Riqqa mit meinen Gefährten als ich von hinten die Stimme eines Reiters wahrnahm:
„Oh Abu Qudamah, warte für eine Weile auf mich! Möge Allah dir barmherzig sein“
Ich hielt an und sagte meinen Gefährten sie sollen voraus gehen, während ich mich nach der Person erkundige. Der Reiter kam näher und umarmte mich und sprach:
„Gepriesen sei Allah, der mich nicht von deiner Truppe abhielt und enttäuscht zurück kehren lässt.
Als er sein Gesicht enthüllte, sah ich einen jungen Mann, der einem Vollmond (in der Schönheit) glich und anscheinend ein wohlhabendes Leben führte.
Ich sagte darauf:
„Mein lieber, lass mich dein Gesicht sehen. Wenn es danach aussieht als würdest du kämpfen können, so werde ich dir befehlen dich uns anzuschließen. Andernfalls würde ich dich zurückschicken.“
„Mein lieber, hast du einen Vater?“
Er sagte:
„Nein.“ In Wahrheit komme ich um meinen, als Märtyrer gestorbenen Vater zu rächen und vielleicht gewährt mir Allah den gleichen Tod.
Abu Qudama:
„Mein lieber, hast du eine Mutter?“
„Ja.“ Antwortete der Junge.
Ich sagte ihm darauf:
„Dann gehe und frage sie um Erlaubnis. Wenn sie es dir erlaubt, komme wieder. Andernfalls bleibe zurück.“ (nicht bei Fardu Ayn)
Der Junge sprach:
Oh Abu Qudamah, erkennst du mich denn nicht?“
„Nein.“ Erwiderte ich.
Er sagte:
„Ich bin der Sohn der Frau, die dir den Zügel gab. Wie schnell konntest du sie vergessen? Ich bin insha Allah der Märtyrer-Sohn eines Märtyrers. Ich bitte dich im Namen Allahs mich nicht daran zu hindern, mit dir Fisabili Allah zu gehen, da ich das Buch Allahs auswendig kann, Wissen von der Sunnah des Propheten besitze und ich habe Erfahrung in der Reitkunst und im Bogenschießen. Ich habe niemanden hinter mir gelassen, der ein besserer Kämpfer ist als ich, so verachte mich nicht aufgrund meines jungen Alters. Meine Mutter hat einen Eid abgeleistet, dass ich nicht zurückkommen solle und sie sagte:
„Oh mein Sohn, wenn du den Ungläubigen begegnest, dann wende ihnen nicht deinen Rücken zu und opfere dich für Allah und strebe seine und die Nähe deines Vaters und deiner rechtschaffenen Onkel im Himmel an. Und wenn dir Allah den Märtyrertod gewährt, so lege Führsprache für mich ein, denn mir wurde gesagt, dass der Märtyrer für 70 seiner Verwandten und Nachbarn Führsprache einlegen darf.“
Dann umarmte sie mich und blickte in den Himmel und sprach:
„Mein Herr, das ist mein Sohn, die Blume meines Herzens und der liebste meiner Seele. Ich präsentiere ihn dir, so bringe ihn seinem Vater näher.“
Als ich die Worte des Jungen hörte, weinte ich wegen seinem guten Akhlaq und seiner jugendlichen Schönheit. Ich bemitleidete die Mutter und erstaunte gleichzeitig über ihre Geduld.
Wir fuhren mit unserer Reise fort;
Wir rasteten in der Abenddämmerung und brachen am Morgen auf. Der Junge hörte nie auf in dieser Zeitspanne Allah zu gedenken und zu verherrlichen.
Ich beobachtete seine Bewegungung und seine Handlungen und fand heraus, dass er besser als wir war. Als wir uns dem Feind näherten, wurde unsere Entschlossenheit durch ihn gestärkt. Sein Geist wurde ermutigt, sein Herz blühte auf und die Spuren der Glückseligkeit bedeckten ihn.
Wir schritten fort bis wir uns dem Land der Kuffar näherten und ließen uns nieder als die Sonne begann zu sinken. Um unser Fasten zu brechen, bereitete der Junge uns das Essen vor, alsdann er in den Schlaf fiel. Er schlief für eine sehr lange Zeit während ich ein Lächeln auf seinem Gesicht entdeckte. Als er aufwachte, sprach ich zu ihm:
„Mein Lieber, ich sah dich lächeln im Schlaf.“
Er erwiderte:
„Ich sah etwas, dass ich sehr mochte und das brachte mich dazu.“
Ich sprach:
„Und was sahst du?“
Der Junge:
„Ich sah mich in einem vornehmen grünen Garten.“ Als ich durch ihn umherging sah ich ein silbernes Schloss dessen Balkone aus Juwelen und Perlen waren. Die Türen waren aus Gold und die Vorhänge waren hinunter gelassen. Dann sah ich einige Dienstmädchen, dessen Gesichter dem Mond in der Schönheit glichen. Sie zogen die Vorhänge hoch und als sie mich sahen, sprachen sie“: „Willkommen“ Und dann hörte ich einige von ihnen zu den anderen sagen: „Das ist der Ehemann von „Mardhiyyah.“ Darauf sprachen sie zu mir: „Schreite voran! Möge Allah dir barmherzig sein.“ Als ich mich näherte sah ich ein Zimmer auf der Spitze des Schlosses, dass aus roten Gold gemacht worden war. In ihm stand ein grünes Bett aus Juwelen dessen Beine aus weißem Silber waren.
Es lag ein Mädchen dessen Gesicht der Sonne ähnelte auf dem Bett und wäre nicht der Beistand Allahs, so würde ich mein Augenlicht und meinen Verstand aufgrund der Helligkeit des Zimmers und der Schönheit des Mädchens verlieren. Das Mädchen grüßte mich als sie mich sah und sprach: „Willkommen, ohh Diener und Liebling Allahs! Du bist meins und ich gehöre dir“ Ich wollte sie umarmen doch sie sprach: „Nur langsam, haste nicht. Du bist keiner der Falsches begeht. Wir werden uns Morgen zur Zeit des Dhur Gebetes treffen. So sei erfreut!“
Abu Qudama sagte darauf: „Mein Junge, du hast Gutes gesehen und Gutes soll es insha Allah werden.“
Erstaunt vom Traum legten wir uns anschließend schlafen. Als wir aufwachten, eilten wir zu unseren Pferden und der Ausrufer schrie: „Oh ihr Reiter Allahs steigt auf und erfreut euch des Paradieses. Zieht aus, leicht oder schwer (Quran 9, 41).
Die Armee des Kuffr, möge Allah sie vernichten, war nur eine Stunde von uns entfernt und breiteten sich wie die Heuschrecken aus.
Der erste von uns, der sie angriff war der Junge. Er durchbrach ihre Linien, tauchte in ihre Reihen, tötete viele ihre Männer und schlug ihre Helden nieder. Als ich ihn dies tun sah,holte ich ihn ein, ergriff den Zügel seines Pferdes, und sagte: „Mein Lieber, zieh dich zurück! Du bist ein junger Bursche, der noch unerfahren in der Kriegskunst ist.“ Er antwortete: „Oh Onkel hörtest du nicht den Ruf Allahs: ‘Oh ihr, die ihr glaubt, wenn ihr auf die Ungläubigen stoßt, die im Heerzug vorrücken, so kehrt ihnen nicht den Rücken’ (Quran 8,15). Wünschst du etwa für mich das Höllenfeuer?“
Als wir miteinander sprachen, begannen die Mushrikiin mit einer großen Offensive, die uns von einander trennte und jeder musste nach sich selbst schauen. Als die zwei Parteien (Muslime und Kuffar) sich von einander trennten, entdeckte ich unzählige Tote. Da Staub und Blut über ihren Gesichtern lag, ritt ich durch die Toten um sie zu identifizieren. Während ich durch sie hindurch ritt, entdeckte ich den Jungen zwischen den Hufabdrücken. Staubbedeckt und blutüberströmt sprach er: „Oh Muslime, bringt meinen Onkel Abu Qudama zu mir!“ Ich hörte das Weinen des Jungen und lief darauf zu ihm. Als ich ihn erreichte, konnte ich sein Gesicht aufgrund des Blutes und der vielen Abdrücke von Pferdehufen nicht erkennen. Ich sagte zu ihm: „Hier bin ich! Abu Qudama!“ Er erwiderte: „Oh Onkel, beim Herrn der Kaaba, mein Traum ist wahr geworden. Ich bin der Sohn der Zügel-Besitzerin!“ Als ich dies hörte, warf ich mich auf ihn, küsste ihn zwischen die Augen und sprach: „Mein lieber, vergiss nicht deinen Onkel Abu Qudama am Tage des Gerichts!“ Er antwortete: „Solche wie deines Gleichens können nicht vergessen werden.
Du wischst mir das Blut mit deinem Umhang vom Gesicht? Mein Umhang ist es würdiger. Oh Onkel, lass es sein, da ich mir wünsche Allah in diesem Zustand zu treffen. Oh Onkel! Die Hoor al Ayn, die ich dir beschrieb, wartet auf meine Seele an meinem Kopf uns sagt: „Eile dich, denn ich sehne mich nach dir!“ Oh Onkel! Wenn Allah dich sicher zurückkehren lässt, so bringe meiner traurigen, einsamen Mutter meine blutbefleckte Kleidung und sage ihr, dass Allah ihr Geschenk akzeptiert hat. Dann lächelte der Junge und sprach: Ich bezeuge, dass niemand das Recht hat angebetet zu werden außer Allah, der keine Partner hat und das Muhammad sein Gesandter ist. Allah und sein Gesandter haben ihr Versprechen gehalten. Dann verließ seine Seele seinen Körper.
Wir hüllten ihn dann in seine Kleidung ein und begruben ihn. Möge Allah mit ihm und uns zufrieden sein.
Als wir von unserer Expedition zurückkamen, ging ich zum Haus der Mutter und sie kam sehr beunruhigt hinaus. Ich grüßte sie und sie erwiderte meinen Salam und sagte: „Kommst du mit froher oder schlechter Botschaft?“
Ich fragte sie darauf: „Erkläre mir was für dich eine frohe und eine schlechte Botschaft ist. Möge Allah mit dir barmherzig sein!“
Sie: Wenn mein Sohn sicher zurück gekommen ist, dann ist es eine schlechte Botschaft und falls er auf dem Pfade Allahs gestorben ist, dann ist es eine frohe Botschaft.
Abu Qudama: „So, frohe Botschaft!“ Allah hat dein Geschenk angenommen.
Dann flossen ihre Tränen über ihr Gesicht und sie fragte: „Hat Allah es angenommen?“ Ich sagte: „Ja“ Daraufhin sprach sie: Gepriesen sei Allah, der mir meinen Sohn für den Tag des jüngsten Gerichts aufbewahrt!